Jul 08 2010

Wärmepumpen werden wieder gefördert

123-energiesparen | Kategorie: Aktuelles, moderne Heizung | 0 Kommentare

BAFA, Marktanreizprogramm, Umweltministerium, Förderrichtlinien, Bafa Förderung

Umweltministerium hebt Haushaltssperre auf

Soeben hat das Umweltministerium die Aufhebung der Haushaltssperre bekannt gegeben. Um möglichst viele Anträge mit dem verbliebenen Geld von 380 Millionen Euro bedienen zu können, wird die Förderung mit einer neuen Förderrichtlinie fortgesetzt. Diese tritt voraussichtlich am 12. Juli 2010 in Kraft und gilt bis Ende 2011. Neue Anträge können nur noch nach den neuen Förderrichtlinien gestellt werden.

Nicht mehr gefördert werden in Zukunft Anlagen im Neubau

Außerdem gelten für Wärmepumpen neue höhere Effizienzanforderungen. Sie werden nur noch dann gefördert, wenn sie eine bestimmte Jahresarbeitszahl erreichen.

JAZ von mindestens 3,7 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
JAZ von mindestens 4,3 bei Wasser/Wasser-Wärmepumpen sowie Sole-Wasser-Wärmepumpen

Alle bis zur Verkündung des Programmstopps am 3. Mai 2010 beim BAFA eingegangene Anträge erhalten die volle Förderung nach den alten Konditionen.

Im Zeitraum vom 4. Mai 2010 bis zum 11. Juli 2010 beim BAFA eingegangene Anträge werden abgelehnt. Für nach den neuen Förderrichtlinien förderbare Anlagen ist eine erneute Antragstellung möglich und erforderlich.

Weitere Informationen zum Thema Marktanreizprogramm

 

Jul 05 2010

Strohpellets – nicht nur für die Heimtierpflege

Walter Brosche | Kategorie: Aktuelles, Energieeffizienz | 0 Kommentare

Nicht nur die heimischen Kleintiere werden mit Stroh trocken gehalten, sondern auch so manches Haus warm. Auf der Suche nach Alternativen zu immer teurer werdenden Holzbrennstoffen (weiter Infos unter: http://www.heizungsratgeber.info/Holzheizung)  wurde das Stroh, als halmgutartige Biomasse, für die direkte Verbrennung entdeckt. Die nur wenigen Zentimeter langen Strohpellets dürfen in Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung zwischen 15 und 100kW verheizt werden. Größere Anlagen bedürfen einer Genehmigung und müssen strenge Grenzwerte erfüllen. Für Kleinfeuerungsanlagen bis 15kW, welche meist in Einfamilienhäusern zum Einsatz kommen, ist eine Verbrennung seitens des Gesetzes nicht erlaubt.

Herstellung
Um Strohpellets mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter herzustellen, wird das Stroh fein gehäckselt und wie Holzpellets gepresst. Um die Bindigkeit zu erhöhen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann Wasser zugesetzt werden, wobei darauf geachtet werde sollte, dass der Feuchtigkeitsgehalt nicht zu groß ist, um eine etwaige Gärung oder mögliche Schimmelbildung zu verhindern. Zum anderen können stärkehaltige Substanzen wie Stärke, Melasse oder Öle zugemischt werden. Auch das Mischen mit besonders harzhaltigem Holz trägt zur Bindefähigkeit bei. Allerdings kann mit dem bisherigen Vorgehen und den Techniken dennoch keine solche Festigkeit erreicht werden, dass ein unversehrter Einlagerungs- und Transportprozess gewährleistet ist.

Verbrennung
Eine saubere Verbrennung ist mit Strohpellets schwierig zu erreichen. Sie schneiden bei den Abgaswerten deutlich schlechter ab als Holzpellets. Der Grund sind die unterschiedlichen Inhaltsstoffe und das unterschiedliche Ascheerweichungsverhalten der Halmgüter. Die hier vermehrt enthaltenen chemischen Stoffe Kalium, Chlorid und Schwefel (oder deren Verbrennungsprodukte) finden sich in den Rauchgasen wieder.

Nachteile
Zum einen können Strohpellets nicht in normalen Pelletöfen oder Pelletheizungen (mehr Infos dazu unter: http://www.heizungsratgeber.info/Pelletheizung) verfeuert werden, sondern benötigen spezielle Heizungsanlagen. Zum anderen sorgen die enthaltenen Inhaltsstoffe neben der Verschlechterung der Abgaswerte noch für weitere Nachteile:
Bei der sogenannten Ascheerweichung entstehen Schlackerückstände, welche nicht nur den Betrieb der Anlage und damit den Verbrennungsvorgang (und folglich auch die Emissionen) negativ beeinflussen, sondern sich sogar in den Rohren festsetzen und diese schädigen können. Dafür verantwortlich ist, die aufgrund des hohen Kaliumgehaltes, bereits bei normalen Abbrandtemperaturen erweichende Strohasche. Erhöhen kann man diesen Ascheerweichungspunkt entweder durch das Beimischen von Kalkmehl oder durch spezielle Anlagen, welche luft- oder wassergekühlte Roste besitzen und zudem über eine leistungsstarke Entaschung verfügen. Außerdem führen das enthaltene Kalium und Chlorid (welche durch die Düngemittel angereichert werden) zu einer verstärkten Korrosion. Um diesen Nachteil zu verringern, wird empfohlen das Stroh vor dem Einholen geraume Zeit liegen und mittels Tau und Regen auswaschen zu lassen. Wichtig ist hierbei den Zeitpunkt so abzupassen, dass das Stroh nicht zu nass oder gar beschädigt ist, dass eine Einlagerung noch möglich ist. Auch möglich ist eine sogenannte Rücklaufanhebung der Heizung. Dabei wird die Temperatur des Heißwasserrücklaufs auf über 55 Grad Celsius erhöht, um so die Bildung von Wasserdampf, welcher für den Korrosionsprozess nötig ist, zu senken. Der Grenzwert von 150 mg Staub pro Nm3 kann nur schwer eingehalten werden.

Vorteile
Von Vorteil ist die aufgrund der geringen Größe und hohen Schüttdichte gute Lagerfähigkeit. Auch müssen keine speziellen Schutzmaßnahmen bei der Lagerung eingehalten werden. Weiterhin bestehen Strohpellets aus schnell wachsenden Getreidesorten oder Getreideabfällen. Damit sind sie in großen Mengen verfügbar und das ohne in die Nahrungsmittelindustrie einzugreifen. Preislich liegen Strohpellets unter Öl und Gas und einige Lieferanten garantieren sogar mit Preisstabilität. Und das bei einem Energieverhältnis Strohpellets zu Öl von 2:1 (d.h. 1 Tonne Strohpellets haben denselben Heizwert wie 500l Heizöl).

Walter Brosche

http://www.heizungsratgeber.info/

© 2006 Umweltenergie- und Umweltwaermeblog | Wordpress | dKret2 1.3 | Top